Deutscher Gewerkschaftsbund

14.03.2017

Rückblick: Internationaler Frauentag 2017

Rückblick auf unsere Veranstaltungen zum Internationalen Frauentag am 8. März 2017:

DGB

Marion Paul, Bezirksgeschäftsführerin ver.di Mittelrhein. Katharina Kubitza


Internationaler Frauentag in Koblenz

Rückblick von ver.di

Marion Paul, Bezirksgeschäftsführerin des Bezirks Mittelrhein, war zum Internationalen Frauentag in Koblenz Hauptrednerin im Koblenzer Rathausgebäude.

Impressionen aus ihrer Rede in Koblenz: "Deutschland steht vor einer sozialen Zerreißprobe und die Angst vor dem sozialen Abstieg führt dazu, dass Menschen sich politisch nach rechts orientieren, mit fatalen Folgen. Davon profitiert die AFD. Eine Partei die mit ihrer Steuerpolitik und Streichungen von Sozialleistungen Reiche begünstigen und Arme noch ärmer machen will." Die AFD vermittelt den Eindruck, dass sie das Sprachrohr der sogenannten „kleine Leute“ sei.  Nicht nur bei sozial benachteiligten Menschen gibt es verstärkt das Gefühl, von der Politik vernachlässigt zu sein. Die Antwort von den extremen Rechten ein vermeidlicher Innen- und Außengegensatz wird konstruiert. Alles was in Deutschland ist, ist gut. Alles was von draußen kam soll draußen bleiben. Besonders deutlich wird das, was fälschlicher Weise Flüchtlingskrise genannt wird.
Die Parolen lauten: „Wir haben kein Geld für Schulen, Straßen, Kindergärten – aber für Flüchtlinge wird Geld ausgegeben.“ In Wirklichkeit ist es der extreme Gegensatz von arm und reich der die Probleme verursacht! Es gibt einen Wunsch nach sozialer Gerechtigkeit und der ist gut! Denn es kann nicht sein, dass wir die Umverteilungspolitik zu Lasten der Armen und auch der Mittelschicht weiter voran treiben. Geld gäbe es genug für alle – nur konzentriert es sich viel zu stark auf wenige Rücken und Superreiche – Steuergerechtigkeit und Umverteilung sind hier angesagt,
damit nicht die "Rechten" mit ihren – auch frauenverachtenden Ideologien – weiter Oberwasser bekommen. Unsere Alternative heißt Solidarität!

Eine freiheitliche Demokratie ist die beste Freundin der Frau. Sie wird uns aber nicht geschenkt – wir müssen wieder um sie kämpfen; jetzt – beherzt mit Verstand, solidarisch ohne Angst. Wir verändern – wir wollen verändern – wir wollen, dass die Welt zu einer gerechten, lebenswerteren Welt wird“, so Marion Paul, Bezirksgeschäftsführerin, ver.di Bezirk Mittelrhein, anlässlich des internationalen Frauentags

Ihre Rede endete mit dem Zitat : "Wir müssen der Wandel sein, den wir in der Welt zu sehen wünschen." (Mahatma Gandhi)

 

 

DGB

Hanne Kah und Band sorgte für die musikalische Unterhaltung in Koblenz. DGB


Internationaler Frauentag in Neuwied

 

Ein gelungener Abend zum Thema "Meinungs- und Pressefreiheit im Islam"

Ein brisantes und hochaktuelles Thema hatte sich der Arbeitskreis Internationaler Frauentag Neuwied für seine Veranstaltung im Friedrich-Spee-Haus ausgesucht: Presse- und Meinungsfreiheit im Islam. Schon bei der Begrüßung durch Doris Eyl-Müller, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, und dem anschließenden Vortrag von Susanne Kudis und Inge Rockenfeller von AMNESTY INTERNATIONAL Neuwied wurde deutlich, dass dieses Menschenrecht in weiten Teilen der Welt missachtet und verfolgt wird. Die in der Begrüßung genannten Beispiele Russland, Tschetschenien, Türkei, China oder Nordkorea wurden durch Portraits von Journalistinnen, die für die Wahrnehmung der Presse- und Meinungsfreiheit bestraft oder gar getötet wurden, mit  Argentinien, Pakistan und Aserbaidschan ergänzt.

So bestätigte auch eine der ersten Folien des Vortrages von Khola Maryam Hübsch zum Thema die Aussage, dass die Einschränkung der Presse- und Meinungsfreiheit kein islamisches Phänomen ist, der Islam jedoch auch kein Garant für diese sei, auch in Staaten des islamischen Kulturkreises die Presse- und Meinungsfreiheit massiv eingeschränkt wird. Khola Maryam Hübsch gehört der Ahmadiyya-Jamaat-Gemeinde an, einer Glaubensgemeinschaft, die selbst Repressalien in der islamischen Welt ausgesetzt ist. Sie verdeutlichte sehr differenziert anhand einiger Textpassagen des Korans, dass die Exegese des Korans, ohne die Berücksichtigung des historischen Kontextes eine der Grundlagen für Fundamentalismus, Salafismus und letztlich auch den islamischen Terrorismus bildet.  Bezogen auf die Presse- und Meinungsfreiheit habe der Koran ebenso deutliche Aussagen wie zu Christen, Juden oder Atheisten, so hieße es in Sure 73:10 „Und ertrage in Geduld alles, was sie reden; und scheide dich von ihnen in geziemender Art“ ergänzend dazu in  Sure 2:257 „Es soll keinen Zwang sein im Glauben“. Folglich müsse Staat und Religion getrennt sein und jede Form der Staatsreligion diesem widersprechen. Hübsch stellte sich im Anschluss an ihren Vortrag den Fragen des Publikums. Diese beantwortete sie sachkundig und anschaulich, so dass ein lebendiger Eindruck der vielfältigen islamischen Landschaft entstand, die aus dem Koran und mehr als 600.000 Auslegungen entstanden ist. Einige Teilnehmerinnen der Veranstaltung konnten mit ihrem christlichen Hintergrund da durchaus an die Vielfalt der christlichen Theologien anknüpfen und auch an unterschiedliche Interpretationen von biblischen Texten.

Die Musikerin Stephanie Troscheid mit ihren temperamentvollen Liedern am Klavier und ihren Einführungen dazu gaben dem Abend einen leichten spielerischen Aspekt.

Edith Sauerbier vom DGB Koblenz, die den Arbeitskreises federführend betreut, zeigte sich zufrieden mit der Veranstaltung: „Den Mitgliedern des Arbeitskreises ist es wichtig, Raum für die unterschiedlichen Positionen, Lebenswirklichkeiten und kulturellen Hintergründe von Frauen in unserer Gesellschaft zu geben, auch oder gerade dann, wenn diese sich erheblich voneinander unterscheiden und das ist uns auch in diesem Jahr wieder gelungen“. 

Bea Röder-Simon vom Mehrgenerationenhaus hatte das bunte Publikum zu Beginn im Mehrgenerationenhaus begrüßt und ihre Freude darüber ausgedrückt, dass die Veranstaltung zum Internationalen Frauentag dieses Jahr wieder bei ihnen stattfand.

Der Abend klang im Foyer bei Gesprächen in Kleingruppen und an den Infotischen der Mitglieder des Arbeitskreises aus. Zu diesem breiten Bündnis gehören in diesem Jahr die Gleichstellungsstelle des Kreis, Stadtverwaltung Neuwied, Amnesty International, Caritasverband, Diakonisches Werk, Trotzdem-Lichtblick (Verein gegen sexuellen Missbrauch- Frauenotruf), Ahmadiyya-Jamaat-Gemeinde Neuwied, Frauenwürde, Evangelische Frauenhilfe, Utamara- Frauenbegegnungsstätte, Bündnis 90/die Grünen, Mehrgenerationenhaus, Arbeitskreis Sozialdemokratischer Frauen, Arbeitsagentur Neuwied, Volkshochschule der Stadt Neuwied, Katholische Arbeitnehmerbewegung KAB und der DGB.

DGB

DGB


Kino zum Internationalen Frauentag in Hachenburg

Der Arbeitskreis Internationaler Frauentag Westerwald zeigte am 8. März im Kino Hachenburg den Film "Malala", ein Portrait der jüngsten Friedensnobelpreisträgerin aller Zeiten, Malala Yousafzai, die in ihrer Heimat Pakistan von den Taliban auf die Todesliste gesetzt wurde. In ihrem Schulbus wurde sie von einem Schuss in den Kopf schwer verletzt. Die damals 15-Jährige geriet ins Visier der Taliban, weil sie sich für das Recht auf Bildung von Mädchen einsetzt. Das Attentat entfachte einen weltweiten Aufschrei der Empörung. Heute ist sie als Mitgründerin des The Malala Fund eine global agierende Aktivistin für das Recht von Mädchen auf Bildung.

Pressemitteilung folgt.

DGB

DGB

DGB

Zu Filmbeginn war kein Platz mehr frei. DGB


Nach oben