Deutscher Gewerkschaftsbund

28.09.2018

DGB MYK zu Besuch bei KommAktiv

DGB

Einige Mitglieder des Vorstandes bei der Führung in der Komm-Aktiv GmbH durch den Geschäftsführer Werner Schneider, hier in der Holzwerkstatt. DGB

„Ich möchte mich herzlich bei Ihnen bedanken, dass Sie uns so anschaulich von der Arbeit hier erzählt haben und wir einen lebendigen Eindruck bekommen haben“, sagte Karin Fahrenholz-Krämer am Ende einer ausführlichen Führung und einer interessanten Vorstellung der Komm-Aktiv durch den Geschäftsführer Werner Schneider.

Die Gewerkschafter beschäftigen sich mit dem Thema Armut im Kreis Mayen-Koblenz und interessieren sich deshalb für die Unterstützungsangebote. Bei der Komm-Aktiv ist eine anerkannte Schuldnerberatung angesiedelt, wie Schneider darstellt, die auch die Teilnehmenden von Beschäftigungsmaßnahmen berät und in der oftmals nötigen Privatinsolvenz begleitet.

Zur Zeit gibt es über 170 Teilnehmende an Maßnahmen in der Komm-Aktiv, die in der Trägerschaft der Verbandsgemeinden Maifeld, Vordereifel und Mendig sowie der Stadt Mayen ist. Das Jobcenter des Kreises weist die Teilnehmenden zu. Etwa ein Viertel von ihnen wird in der Schuldnerberatung beraten. Insgesamt werden jedoch über 250 Klienten betreut. „In die Schuldenfalle kann man leicht geraten“, berichtet Schneider, „z.B. wenn man Post liegen lässt, Fälliges nicht bezahlt, keinen Überblick mehr über laufende Verträge hat. Auslöser ist meist der Verlust von Arbeit oder Scheidung und dann wächst einem die Situation über den Kopf.“ Aus den Nachfragen der Gewerkschafter wird deutlich, dass es Schneider ein Anliegen ist, die Schuldnerberatung im Haus zu behalten, auch wenn sie nicht durchgehend kostendeckend arbeitet. Sie wird bezuschusst u.a. vom Land.

Die Gewerkschafter hatten ganz konkrete Fragen an den Geschäftsführer, wie z.B. nach der Länge der Maßnahmen, aber auch nach dem Umgang mit Sanktionen. Die Maßnahmendauer sei in der Regel sechs Monate, aber auch kürzere Zuweisungen seien möglich. Sanktionen spräche nicht die Komm-Aktiv aus, sondern das Jobcenter nach Meldung. Die Vermittlungsquote bei den Maßnahmen liegt zwischen 20 und 30 Prozent.

Die Gewerkschafter zeigten sich gerade von der Holz- und Kreativwerkstatt beeindruckt, wo vielfältige Produkte entstehen, die z.B. auf Weihnachtsmärkten verkauft werden. Sie wollen an dem Thema Armut dranbleiben, „da es nicht angehen kann, dass Kinder und Jugendliche unter der Situation ihrer Eltern leiden und vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen sind“, betont Fahrenholz-Krämer.


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