Deutscher Gewerkschaftsbund

16.11.2016

Esther Bejarano zu Besuch in der Region Koblenz

Für vier Tage war die Shoa-Überlebende Esther Bejarano im Oktober 2016 auf Einladung des DGB in der Region Koblenz unterwegs und löste bei den Zuhörerinnen und Zuhörern ein Wechselbad der Gefühle aus.

25. Oktober – Theater Koblenz

Rund 320 Gästen von jung bis alt folgten nachdenklich, aber begeistert, Esther Bejaranos Lesung aus ihrem Buch „Erinnerungen“. Sie berichtete eindrucksvoll von ihrem Leben und der menschenunwürdigen Situation im Konzentrationslager Auschwitz, darüber, welche enorme psychische Belastung es war, dass „niemand wusste, ob und wann er ins Gas geschickt werden würde“. Aber sie erzählte auch, wie sie bald in das Mädchenorchester von Auschwitz aufgenommen wurde und wie sie schließlich die Befreiung vom Nationalsozialismus ganz persönlich erlebte und ihre „zweite Geburt“ erfuhr.

Das Mädchenorchester und die Musik retteten Esther Bejarano an vielen Stellen ihr Leben. Auch deshalb hat Musik für sie heute noch eine so große Bedeutung. Nur konsequent, dass im Anschluss an die Lesung ein gemeinsames Konzert mit ihrem Sohn Yoram und der Microphone Mafia, einer der ältesten deutschen Rap-Formationen, folgte. Gemeinsam sangen sie in jiddischer, deutscher, italienischer und türkischer Sprache Lieder gegen Krieg, Ungerechtigkeit und Diskriminierung. Sie machen sich stark für Solidarität und Aktionen gegen Rechts, rufen jede und jeden dazu auf, das Schweigen zu brechen und einen Beitrag für eine lebenswerte Gesellschaft für alle zu leisten.

 

Die Veranstaltung fand im Rahmen der Interkulturellen Wochen statt. Veranstalter war der DGB Stadtverband Koblenz, in Zusammenarbeit mit befreundeten Organisationen (AStA Hochschule Koblenz, AStA Universität Koblenz, ATM-Arbeitsgruppe türkische Migranten, Beirat für Integration und Migration Koblenz, Stadttheater Koblenz, ver.di Koblenz)

Hier gibt es ein Video zum Abend in Koblenz: https://www.youtube.com/watch?v=zCLPzrE2Fc8

 

Pressebericht Blick Aktuell: http://www.blick-aktuell.de/Berichte/Ueberlebende-von-Auschwitzklaert-auf-Rappend-die-Jugend-erreichen-231317.html

 

 

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Esther Viehler / www.unverschuldet.org

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Esther Viehler / www.unverschuldet.org

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26. Oktober – IGS Pollenfeld, Koblenz

Vor rund 100 Schülerinnen und Schülern der IGS Koblenz stand Esther Bejarano für ein Zeitzeugengespräch zur Verfügung. Nach einer kurzen Lesung aus ihrem Buch war viel Raum für Fragen geboten – der von den Jugendlichen genutzt wurde: Wie sah der Alltag in Nationalsozialismus für junge jüdische Menschen aus? Welche Gefühle hat Esther Bejarano, wenn sie an aktuelle Tendenzen wie den NSU, Pegida und die AfD denkt? Macht sie heute noch persönliche Erfahrungen mit rechten Anfeindungen durch ihre Reisen als Zeitzeugin und Mensch, der selbstbewusst ein Zeichen gegen Hass und Ausgrenzung, gegen das Vegessen setzt? All diese und weitere Fragen beantwortete die Shoa-Überlebende sehr plastisch und mit dem einen oder anderen Gänsehautmoment.

Die Schülerinnen und Schüler waren durchweg begeistert, erst recht, als Esther Bejarano, ihr Sohn Yoram und die Microphone Mafia am Ende noch einige ihrer Lieder auf der Bühne präsentierten.

27. Oktober – IGS Hamm

Am dritten Tag ging es für Esther und Yoram Bejarano in den Westerwald nach Hamm. Dort waren es ebenfalls rund 100 Jugendliche.

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28. Oktober Evangelisches Gemeindehaus Flammersfeld

Als Abschluss der Veranstaltungsreihe stand am Freitag Abend Flammersfeld im Landkreis Altenkirchen an.

Ins Gemeindehaus der Evangelischen Kirche kamen über 200 Menschen, bunt gemischt vom Landwirt aus Flammersfeld bis hin zu alternativen Jugendlichen. Auch einige Jugendliche von der IGS Hamm kamen mit ihren Eltern bzw. Großeltern vorbei, um Esther Bejarano nochmals zu sehen.

 

Die Veranstaltung in Flammersfeld wurde gemeinsam von DGB Kreisverband Altenkirchen, IG Metall Betzdorf und Evangelischem Kirchenkreis Altenkirchen organisiert.

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Esther Bejarano

Esther Bejarano wurde 1924 geboren. Als Jüdin war sie im Nationalsozialismus dem antisemitischen Terror ausgesetzt und wurde aus ihrer Heimat nach Auschwitz deportiert. Dort musste sie als Mitglied des Mädchenorchesters Musik spielen und überlebte Vernichtungslager und Todesmärsche mit viel Glück. Die Zeitzeugin ist in ganz Europa und auch darüber hinaus unterwegs, um über ihre Erfahrungen zu sprechen und zum Handeln zu motivieren. Sie bestreitet über 200 Termine im Jahr.

 

Die Veranstaltungsreihe wurde von der Kriminalprävention des Innenministeriums gefördert.


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