Deutscher Gewerkschaftsbund

07.09.2016

Joachim Hennig sprach am Antikriegstag in Bendorf

 

Am 1. September (Antikriegstag) 2016 erinnerte der Autor Joachim Hennig mit einem Vortrag in der VHS Bendorf an den Nationalsozialismus in der Region. Organisiert wurde die gute besuchte Veranstaltung vom Deutschen Gewerkschaftsbund OV Bendorf, KAB Mülhofen/Engers, Senioren der IG Bergbau, Chemie und Energie sowie vom Förderkreis Geschichte der Bendorfer Arbeiterbewegung und ihrer Gewerkschaften.

Die Veranstaltung ist entstanden durch Joachim Hennig eigens durchgeführte aufwändige Recherchen und Forschungen. Hinterlegt wurde der Vortrag mit Bildern und Biografien der am Mittelrhein lebenden Menschen, Täter sowie Opfer. Neben den sehr gut ausgearbeiteten Biografien und den Fluchtgeschichten der Opfer hatte er immer wieder den Bezug zur politischen Lage, wie dem Verbot der SPD und der immer weiter erschwerten Gewerkschaftsarbeit bis hin zur Zerschlagung der Gewerkschaft einfließen lassen.

Seine Recherchen brachten die Zeitung der „Rote Pfeffer“ von 1933 hervor, die zeitweise noch illegal neben anderen Flugschriften von Kommunisten verbreitet wurde, trotz versuchter Unterdrückung.

Hennig sprach auch über die hier ansässigen Behörden, Krankenhäuser und Psychatrien, die in der Nazi-Zeit entsprechende Funktionen übernahmen. Zum Beispiel ordnete das Gesundheitsamt Zwangsterilisationen an, die dann im Krankenhaus Kemper Hof in Koblenz durchgeführt wurden. Die Anstalt in Andernach hatte psychische kranke Menschen auch in Konzentrationslager entlassen und Angehörige wurden mit falschen Vorgaben benachrichtigt.

Hennig betonte, dass die Biografien und Geschehnisse aus einer Region die gesamtgesellschaftliche Lage des ganzen Landes im Nationalsozialismus widerspiegeln.

Seinen Abschluss fand er mit dem Zitat „Die Vernichtung des Nationalsozialismus mit seinen Wurzeln ist unsere Lösung“ aus dem Schwur des vom 1945 befreiten KZ Buchenwald. Hennig und auch die BesucherInnen betonten, dass dieser Schlusssatz bis heute an Gültigkeit nicht verlieren sollte und die derzeit gereizte politische Lage Deutschlands die Aktualität des Schwurs belegt.

 


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