Deutscher Gewerkschaftsbund

13.03.2018

Rückblick: Internationaler Frauentag 2018

Im Ratssaal im Alten Rathaus Koblenz fand wie immer die Veranstaltung zum Internationalen Frauentag statt. Oberbürgermeister Hofmann-Göttig begrüßte als Hausherr, bevor Nuri Soyudogan in ihrer Einführung auf das Jubiläum „100 Jahre Frauenwahlrecht und allgemeines Wahlrecht für Männer und Frauen“ hinwies.

Die Gewerkschafterin rief die Frauen auf, das Wahlrecht wirklich als eine Errungenschaft zu sehen und sowohl die aktive als auch die passive Seite zu nutzen. Hintergrund dazu: in 2019 stehen die Kommunalwahlen an und es braucht Frauen auf den Listen, um Frauen wählen zu können.

In ihrem Vortrag stellte Simone Broers die Chancen und Risiken der Flexibilisierung der Arbeitszeit dar.

Das Programm wurde abgerundet durch den  musikalischen Beitrag von Menna Mulugeta, die in ihren Liedern den Internationalen Frauentag aufgriff.

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Menna Mulugeta. DGB

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Nuri Soyudogan. DGB

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Ratssaal im Alten Rathaus Koblenz. DGB

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Von links: Simone Broers (TBS Rheinland-Pfalz), Menna Mulugeta (Menna und Harfe), Gabi Mickasch (Gle8ichstellungsbeauftragte Stadt Koblenz) und Nuri Soyudogan (GdP und stellvertretende Vorsitzende DGB Stadtverband Koblenz) DGB

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Eine Aktion von verdi Frauen zur Altersarmut mit der Forderung „Rente muss zum Leben reichen“ griff ein sozialpolitisch nach wie vor brisantes Thema auf. DGB


Internationaler Frauentag zum 100. Geburtstag des Frauenwahlrechts

Neuwied. Der diesjährige Frauentag würdigte die mutigen Frauen, die vor mehr als 100 Jahren für das aktive und passive Wahlrecht kämpften und stand bereits unter dem Zeichen der Kommunalwahl im nächsten Jahr. Über hundert Frauen und den für die Volkshochschule zuständige Bürgermeister der Stadt, Michael Mang konnte Caroline Albert-Woll, Leiterin der Volkshochschule, zum Filmabend im Amalien-Raiffeisen-Saal begrüßen.

Im ersten Teil der Veranstaltung verwies Doris Eyl-Müller, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises stellvertretend für den Arbeitskreis, auf die Diskrepanz zwischen einer guten Repräsentanz von Frauen in politischen Spitzenämtern und der Unterrepräsentanz in den Gemeinderäten hin.

Jede Frau konnte die Frauenquote „ihres“ Gemeinderates der letzten 5 Wahlperioden an Aushängen ersehen. Eine Überrepräsentanz von Frauen in einem Rat gab es bisher nicht. Wie wichtig Kommunalpolitik für den Alltag einer jeden Familie ist, verdeutlichte Birgit Bayer, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Neuwied, indem sie einen typischen Tag einer verheirateten Frau mit zwei Kindern und Teilzeitbeschäftigung anschaulich erzählte. Folglich appellierten beide Gleichstellungsbeauftragten an die Frauen das aktive und passive Wahlrecht zu nutzen, um die Belange von Frauen in die Entscheidungsfindung vor Ort einfließen zu lassen.

Im zweiten Teil des Abends zeigte der Arbeitskreis den Film „Suffragette  – Taten statt Worte“ von Sarah Gavron. Ein berührender Film, der den langen und blutigen Weg der englischen Frauen bis zur Durchsetzung des Frauenwahlrechtes 1918 zeigt. Spannend wie ein Krimi, realitätsnah aber auch tief traurig zeichnet der Film die Rechtlosigkeit der Frauen im England des angehenden 20igsten Jahrhundert nach und zeigt welch hohes Gut das Wahlrecht darstellt.

Zum Arbeitskreis Internationaler Frauentag Neuwied gehören:

Gleichstellungsstelle Landkreis, Frauenbüro Stadt, Amnesty International, Caritasverband, Diakonisches Werk, TROTZDEM-LICHTBLICK e.V. (Verein gegen sexuellen Missbrauch- Frauenotruf), Ahmadiyya-Jamaat-Gemeinde, Katholische Frauengemeinschaft Deutschland, Frauenwürde, Evangelische Frauenhilfe, UTAMARA- Frauenbegegnungsstätte, Bündnis 90/die Grünen, Frauenunion, Mehrgenerationenhaus, Arbeitskreis Sozialdemokratischer Frauen, Arbeitsagentur Neuwied, Volkshochschule Stadt Neuwied, Katholische Arbeitnehmerbewegung und der Deutsche Gewerkschaftsbund, dem die Federführung des Arbeitskreises obliegt.

 

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Die Organisatorinnen des diesjährigen Internationalen Frauentages in Neuwied. DGB


Frauen solidarisch im Netz und in der Gesellschaft

Kulturell-politische Aktion zum 8. März in Staudt

Der Arbeitskreis Internationaler Frauentag Westerwaldkreis hatte auch in diesem Jahr wieder zu einer kulturell-politischen Aktion am 8. März eingeladen.

Im Kulturzentrum Alte Kirche Staudt gaben die Choryfeen unter der Leitung von Jessica Burggraf mit „Girls just wanna have fun“ das Eröffnungsmotto vor.

Gabi Weber hob in ihrer Begrüßung die nach wie vor große Bedeutung des Internationalen Frauentages hervor, der zwar in der öffentlichen Wahrnehmung als „Weltfrauentag“  zugenommen hat, aber in seiner Aussage für die weltweiten Frauenrechte nicht heruntergespielt werden dürfe. Dass die meisten Errungenschaften in Sachen Geschlechtergerechtigkeit immer noch unsichtbar gemacht werden und die jüngste feministische Geschichte Gefahr läuft, durch rechtsnationalistische Parteien und dem dazugehörigen menschenfeindlichen Denken wie Handeln umgeschrieben und verzerrt zu werden, wurde in dem Redebeitrag des Abends von Anne Wizork dargestellt.

Neben Chorgesang und Vortrag bereicherte eine Ausstellung der Langenhahner Künstlerin Theresia Müller-Kunz die von der LAG „anderes lernen“ unterstützte Veranstaltung. Ihre Motive veranlassten die eine oder andere Betrachterin zu positiven Inspirationen.

 

Die Berliner Autorin und Netz-Aktivistin Anne Wizorek sprach in ihrem Beitrag über eben diese Frauenrechte im Zusammenhang mit der aktuellen Debatte über Sexismus und sexualisierter Gewalt. Anhand ihres eigenen Werdegangs berichtete sie von ihrer Entwicklung als Feministin. Haben Frauen der 2. Frauenbewegung noch auf der Straße für ihre Rechte demonstriert, findet heute ein Großteil dieser Kundgebungen im Internet statt. Dies schafft eine größere Vielfalt und gibt der einzelnen Frau gleichzeitig ein Gefühl der Solidarität und die Erfahrung, mit dem Erlebten nicht allein zu sein.

Viele der Probleme um Gleichberechtigung sind nicht neu, sie müssen immer wieder in die Öffentlichkeit gebracht und bekämpft werden, Stichworte wie Altersarmut von Frauen genauso wie Gewalt gegen Frauen haben ihren Ursprung im Ungleichgewicht der Geschlechter.

Geschlechtergerechtigkeit ist kein linearer Prozess, als wäre irgendwann einmal eine Reihe Dominosteine angestupst worden und würde nun problemlos weiterlaufen. Die Realität fühlt sich eher an, als würde immer wieder gegen einen Sturm angelaufen: Mal geht es vorwärts, doch kurz danach wirst du wieder zurückgedrängt.

Es braucht positive, eigene Zukunftsvisionen, die Antrieb und Motor sind: eine Gesellschaft, in der alle Menschen ein gutes Leben in Würde führen können, Res-pekt erfahren und die Chance haben, sich zu entfalten – unabhängig vom Geschlecht, Sexualität, Herkunft, Ausbildung, Arbeit – und eine Gesellschaft, in der entsprechend der Bedürfnisse für einander gesorgt wird.

„Unsere Welt ist schließlich nicht wie im Film, wo sich die Bedrohung aufbaut und dann ein Superheld vorbeigeflogen kommt, um uns zu retten. Im echten Leben müssen wir selbst diese Heldinnen sein.“, so der Schlussappell der Berliner Feministin. 

DGB

Die Veranstalterinnen des Arbeitskreis 8. März im Westerwaldkreis mit den Akteurinnen des Abends: v.l.n.r. Nina Engel (VG-Gleichstellungsbeauftragte Westerburg), Silke Hanusch (VG-Gleichstellungsbeauftragte Hachenburg), Beate Ullwer (Gleichstellungsbeauftragte des Westerwaldkreises), Marlies Donnhauser (Frauenhaus Westerwald), Gabi Weber (DGB Region Koblenz), Konni Kaiser (Frauenzentrum Beginenhof), Claudia Wienand (Präventionsbüro Ronja), Anne Wizorek und Theresia Müller-Kunz. DGB


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