Deutscher Gewerkschaftsbund

22.09.2015
DGB Kreisverband Altenkirchen im Rahmen der Interkulturellen Woche

Nachbericht: "Der Islam in Deutschland"

Dr. Abou-Taam gibt Feuerwerk von Denkanstößen

Der Islam in Deutschland - zwischen Religion und Ideologie. Das war der Titel der Veranstaltung von DGB-Kreisverband AK und GdP-Kreisgruppe Neuwied-Altenkirchen im Sitzungssaal der Kreisverwaltung. Über anderthalb Stunden fesselte der Islamwissenschaftler des Landeskriminalamtes rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit einem Feuerwerk an Informationen und außergewöhnlichen Eindrücken. Er überließ dabei stets den Zuhörerinnen und Zuhörern letzte Rückschlüsse und die Meinungsbildung.

Abou-Taam sprach sich dafür aus, gesellschaftliche Problemstellungen nicht zwangsläufig am Islam festzumachen. Es komme darauf an, den Koran zeitgemäß zu interpretieren und Vielfalt zuzulassen. Der Salafismus sei – ähnlich wie bei neonazistischen Bewegungen – darauf angelegt, verunsicherte junge Leute (meist Männer) mit einfachen Antworten Halt und Richtung zu geben.

 

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Dr. Marwan About-Taam weckte mit seinem Vortrag großes Interesse im Landkreis Altenkirchen. DGB

 

„Wie kann ich denn ganz konkret helfen und zu einer gelungenen Integration beitragen“, wollte ein Zuhörer wissen und erhielt vom Referenten kein fertiges Rezept. Es sei wichtig, eine offene, demokratische und pluralistische Gesellschaft zu verkörpern und vorzuleben, Zuwanderern entsprechend zu begegnen. Die Politik suche oft nur den Dialog mit den muslimischen Verbänden, die aber nur einen kleinen Teil der Muslime in Deutschland vertreten würden.

Die Muslime, die – vornehmlich aus der Türkei - im letzten Jahrhundert als Gastarbeiter zu uns gekommen seien, hätten in Deutschland kulturelle Mauern um sich hochgezogen und einen konservativen Islam kultiviert, mit großen Problemen für die zweite und dritte Generation. Abou-Taam: „Die Menschen, die jetzt aus Syrien zu uns kommen, flüchten vor einer brutalen Form des Islamismus“. Darin stecke eine Chance für Werte, wie Demokratie und Pluralismus. 

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Bernd Becker eröffnete den Abend und moderierte später die Diskussionsrunde. DGB

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Der Kreisbeigeordnete Klaus Schneider hielt ein Grußwort. DGB

„Niemand hat versprochen, dass das heute einfach wird“, leitete DGB-Kreisvorsitzender Bernd Becker unter Hinweis auf die Fülle der Informationen verschmitzt die Fragerunde ein und Dr. Abou-Taam sah sich in seinem Bestreben bestätigt, Denkanstöße zu geben: „Wenn Sie mit mehr Fragen nach Hause gehen, als Sie gekommen sind, dann habe ich mein Ziel erreicht.

Kreisbeigeordneter Klaus Schneider informierte die Teilnehmer über den aktuellen Stand der Flüchtlingszuwanderung im Kreis Altenkirchen und zeigte sich angetan, von der Expertise des Referenten.

Kerstin Leicher, stellv. Vorsitzende der GdP-Kreisgruppe Neuwied-Altenkirchen resümierte: „Super, dass wir einen solch brillanten Experten in den Reihen der rheinland-pfälzischen Polizei und in der Gewerkschaft der Polizei haben“.

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Kreisbeigeordneter Klaus Schneider überreichte namens des Landrates einen kleinen Bildband über den Westerwald. Von links: Bernd Becker (DGB/GdP), Dr. Marwan Abou-Taam, Kerstin Leicher (GdP) und Kreisbeigeordneter Klaus Schneider DGB


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