Deutscher Gewerkschaftsbund

27.10.2015

Nachlese: Norbert Hocke (GEW) in Nassau

DGB

Monique Menzel (DGB- Kreisverbandsvorsitzende) und Norbert Hocke (GEW-Bundesvorstand). DGB

Norbert Hocke über die Situation im sozialen Erziehungsdienst

 

Der DGB Kreisverband Rhein-Lahn hatte zur Diskussionsveranstaltung „Kitas vor Herausforderungen… Aufwertung im sozialen Erziehungsdienst“ in die AWO-Begegnungsstätte „Kaffeekanne“ in Nassau eingeladen. Referent Norbert Hocke, Bundesvorstandsmitglied der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW), der sich aufgrund von Störungen bei der Deutschen Bahn verspätete, stand dem Publikum Rede und Antwort.

Die erste Frage war: „Wann gibt es mehr Geld?“ Dafür muss erst dem Schlichtungsergebnis zugestimmt werden. Hocke hatte alle Zahlen mitgebracht und in Einzelfällen vorgerechnet, was wer demnächst verdient. Er hob hervor, dass es mit den Streiks erstmals gelungen ist, die Öffentlichkeit aufmerksam zu machen. Das Ergebnis sei zwar nicht das gewünschte, dennoch gibt es einige Verbesserungen. Problem ist viel mehr, dass 60 Prozent nur in Teilzeit beschäftigt sind, so Hocke.

Und es gibt noch eine Menge zu tun: „Eine neue Berechnung der Erzieher-Kind-Relation muss her! Wir wollen ein Verhältnis von 1:2 oder 1:3 – und nicht 1:7! Außerdem muss mehr Zeit für Elterngespräche eingeplant werden.“ Auch Fortbildungen sind ein wichtiges Thema, das ausgebaut werden muss, stimmten anwesende Erzieherinnen und Erzieher zu.

Hocke bemängelte aber auch, dass Arbeiterinnen und Arbeiter im Sozialbereich noch nicht gut organisiert sind. Und dies wirkt sich negativ auf die Bezahlung aus: „Eine Erzieherin in Vollzeit hat im Durchschnitt eine Rente von 800 bis 900 Euro“ – trotz vierjähriger Ausbildung und harter Arbeit. Die DGB-Kreisverbandsvorsitzende Monique Menzel fügte hinzu: „Es gehen zu wenige Leute auf die Straße. Die haben nicht verstanden, dass ihre Rente gering ist.“ Den Leitungskräften empfiehlt Norbert Hocke ihr Gehalt von ihren Gewerkschaftssekretären überprüfen zu lassen, bevor sie etwas unterschreiben.

Monique Menzel bedankte sich zum Schluss bei Norbert Hocke für seine aufklärenden Antworten.


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