Deutscher Gewerkschaftsbund

02.04.2019
DGB-Zukunftsdialog

Rückblick: Aktionswoche 25.-30. März

Das waren unsere Veranstaltungen in der Aktionswoche vom 25. bis zum 30. März:


DGB Kreisverband Neuwied

„Reden wir über: gutes Leben für alle“ unter diesem Motto stand eine Veranstaltung des DGB Kreisverbands Neuwied zusammen mit der IG Metall Neuwied und der IG BCE Mittelrhein, die am 25. März in Neuwied stattfand. Günther Salz, KAB, hielt zunächst einen Vortrag, in dem er die Überwindung des Kapitalismus forderte, damit die Menschheit eine Zukunft habe. Er zeigte unter anderem den Zusammenhang zwischen Gewinnmaximierung auf der einen Seite und der Verarmung der arbeitenden Bevölkerung auf der anderen Seite auf. Salz setzt sich ein für eine solidarische Gesellschaft, und eine Strategie dafür kann sein, sowohl die Produktionsmittel als auch der Gewinn zu demokratisieren.

Die Auswirkungen des bestehenden Wirtschaftssystem zeigten Markus Eulenbach für die IG Metall und Tobias Hanson für die IG BCE an konkreten Beispielen in der Region auf. Dem folgte eine lebendige und fachkundige Diskussion mit allen Anwesenden, in der es um Perspektiven für die Zukunft ging wie z.B. Arbeitszeitreduzierung, Steuerpolitik und die ökologische Frage.

Die Veranstaltung wurde moderiert von Edith Sauerbier, DGB. Die Begrüßung und auch das Schlußwort sprach Rüdiger Hof, Vorsitzender des DGB Kreisverbandes Neuwied.

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Von links: Tobias Hanson IG BCE, Markus Eulenbach IG Metall, Edith Sauerbier DGB, Günther Salz und am Mikrofon Rüdiger Hof, Vorsitzender DGB Neuwied bei der Begrüßung DGB

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Jeder Platz war besetzt. DGB

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Markus Eulenbach berichtet von seinen Erfahrungen als Bevollmächtigter der IG Metall Neuwied, die vierzig Betriebe betreut u.a. Rasselstein, Boesner, die eine bewegte Geschichte haben. DGB


DGB Kreisverband Westerwald

Der DGB Kreisverband Westerwald hatte eingeladen ins Keramikmuseum nach Höhr-Grenzhausen. Nach einer interessanten Führung gab es ein Gespräch mit Gabi Weber MdB und Sebastian Hebeisen, DGB Regionsgeschäftsführer Koblenz. Thema: Industriegeschichte im Westerwald und Anforderungen an die Politik für die Zukunft.

Der Westerwald ist für seinen feinen Ton bekannt und er wird auch heute noch weltweit exportiert, um mit anderen Tonen gemischt höchste Brenntemperaturen zu ermöglichen, z.B. in der technischen Keramik und auch für immer größere Keramikkacheln.

Die Verarbeitung des Tons im Westerwald war durch große Auf und Abs gekennzeichnet. In den Siebzigern und Achzigern des letzten Jahrhunderts gab es einen großen Boom für Gebrauchskeramik und das bedeutete einige Tausende Arbeitsplätze für die Region. Davon sind nur noch wenige erhalten und Firmen wie Rastal und Sahm ist die Umstellung auf Glas gelungen.

Gabi Weber, gelernte Keramikmalerin und viele Jahrzehnte hauptamtliche Gewerkschafterin in der Region schilderte anschaulich, dass es auch Firmen gab, die den Anschluss verpasst haben, nicht rechtzeitig investierten und neue Wege ausprobierten, sondern ausbluteten und letztlich keinen Bestand am Markt hatten.

Die Anwesenden zogen Parallelen zur heutigen Situation und plädierten für eine proaktive Gestaltung von Wandel. Ein politisches Signal könnten Steuerentlastungen für Firmen sein, die in die Forschung investieren.

In der Diskussion kam es schnell zum Thema soziale Absicherung, und die Gewerkschafter sprachen sich erneut gegen Leiharbeit aus und fordern hier von der Politik, das ihr entschieden entgegen gesteuert wird.

DGB

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Von links: Sebastian Hebeisen DGB, Edith Sauerbier, die das Gespräch moderierte, und Gabi Weber MdB DGB


DGB Kreisverband Altenkirchen

Der DGB Kreisverband Altenkirchen befragte in Wissen die KommunalpolitikerInnen - darunter auch die zwei Kandidaten für die Landratswahl - auf unterhaltsame Weise mit dem überdimensionalen Brettspiel "mensch.wähl.mich." nach ihren Positionen.

DGB

Der Kreisverbandsvorsitzende Bernd Becker moderierte das Spiel und hatte auf den Kreis Altenkirchen ausgerichtete Fragen vorbereitet. Im Bild ist Anna Neuhof von Bündnis 90/Die Grünen am Wurf. DGB

DGB

Wenn die Spielfiguren der KandidatInnen auf das Feld "Publikum" rückten, durften Personen aus dem Publikum Fragen stellen. Im Bild wird Andreas Hundhausen (SPD) befragt. DGB


DGB Kreisverband Mayen-Koblenz

Veranstaltung zu den Kommunalwahlen. Mensch.Wähl.Mich. stand im Mittelpunkt

DGB

Von Links: Aziz Aldemir (Die Linke), Birgit Meyreis (Bündnis 90/Die Grünen), Moderatorin Beatrix Sieben, Horst Höhn (CDU) und Herbert Keifenheim (SPD) DGB

Die Politikerin und die Politiker hatten großen Spaß an dem Spiel Mensch.Wähl.Mich. Spannend wurde es z.B. bei der Frage, wie viele verkaufsoffene Sonntage es in 2018 im Kreis MYK gegeben hat. Die Bandbreite der geratenen Lösungen lag zwischen 5 und 80. Tatsächlich waren es 17. Ebenso lagen die Schätzungen bei der Anzahl der Hartz IV Empfänger im Landkreis weit auseinander, es sind etwas mehr als 10.300 Menschen.
Durch das Würfeln wurden die Politiker Sachgebieten befragt, die sie freiwillig vielleicht nicht gewählt hätten, so aber spontan beantworten mussten. Widerspruch erntete Birgit Meyreis als sie bzgl. Verkehr eine Stilllegung aller Dieselfahrzeuge forderte. Horst Höhn vertrat z.B. bzgl. Finanzierung von Straßensanierungen, dass die Anlieger befreit werden von ihren Anteilen.
Vor dem Spiel stellten Vorstandsmitglieder des DGB Kreisverbandes MYK zu einzelnen Themen die Position des DGB vor. Die Vorsitzende Karin Fahrenholz-Krämer hatte die Veranstaltung eröffnet, nachdem zunächst Pfar-rer Ingo Schrooten die Gäste im Gemeindezentrum in Polch begrüßte. Ein Grußwort sprach der Kreisbeigeord-nete Rolf Schäfer.

DGB

Zum Abschluss der Veranstaltung gab es die Möglichkeit, in kleinen Gesprächsgruppen noch Fragen loszuwerden bzw. Antworten zu erhalten, was eyinige ausgiebig nutzten. DGB


Cochem

Perspektiven für eine Erinnerungskultur der Zukunft war das Thema einer Veranstaltung des DGB Kreisverbands Cochem-Zell. Eröffnet wurde die Veranstaltung von Dieter Mainzer vom DGB kreisverband und Mariette Nölle, die die Arbeit des Fördervereins Gedenkstätte KZ-Außenlager Cochem e.V.

„Perspektiven für eine Erinnerungskultur der Zukunft“ war das Thema einer Veranstaltung des DGB Kreisverbands Cochem-Zell. Eröffnet wurde die Veranstaltung von Dieter Mainzer vom DGB Kreisverband und Mariette Nölle, die die Arbeit des Fördervereins Gedenkstätte KZ-Außenlager Cochem e.V. vorstellte.

Der erste Beigeordnete des Landkreises Hans-Jürgen Sehn sprach ein Grußwort, in dem er die Bedeutung der Erinnerungskultur für die Demokratie heute hervorhob.

Ksenia Stähle, Historikerin Uni Trier,  präsentierte ihre Forschungen in einem Überblick und gab die Informationen zum Außenlager. Kerstin Hetzel, Referentin bei der Landeszentrale für politische Bildung RLP, berichtete von ihren Erfahrungen in der Gedenkstätte Osthofen und Andreas Portugall, Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus, zeigte einige Beispiele konkreter Gedenkarbeit heute auf. Dabei verwies er u.a. auf den Gedenkstein am Forum in Koblenz für den von einem Rechtsradikalen erschossenen Frank Boenisch 1992.

Den informativen Vorträgen folgte mit den Anwesenden ein interessiertes und intensives Gespräch bzw. Austausch.


DGB Stadtverband Koblenz

Koblenz: DGB fordert mehr sozialen Wohnungsbau – bezahlbar ist die halbe Miete

Für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist bezahlbarer Wohnraum heute Mangelware. Gerade in den Ballungszentren führt das immer öfter zu längeren Pendelzeiten. Deshalb setzt sich der DGB für eine andere Wohnungspolitik und für mehr sozialen Wohnungsbau ein.

Vor diesem Hintergrund lud DGB Stadtverband Koblenz zu einer Veranstaltung am Samstag, 30. März 2019 ein:

Reden wir über: Die Veränderung der Stadt!

Ab 10 Uhr fand ein Stadtrundgang mit Dr. Marc Hannappel von der Universität Koblenz-Landau statt. Der Soziologe und Gewerkschafter warf aus sozialstruktureller Perspektive einen Blick auf die Veränderung der Stadt Koblenz. Die Route führte von der Vorstadt über Südallee und Löhrstrasse in die Altstadt bis zum Münzplatz.

Dort folgte der zweite Teil der Veranstaltung: Ein Gespräch zum Thema Wohnen in Koblenz mit Oberbürgermeister David Langner und MdB Detlev Pilger, Mitglied im Vorstand der Genossenschaft Modernes Wohnen e.G.
Das Gespräch fand in der Jugendbegegnungsstätte im Haus Metternich am Münzplatz statt.

Der DGB präsentierte bei der Veranstaltung aktuelle Zahlen zum Thema Wohnen in Koblenz:

In Koblenz sind die angebotenen Mieten auf dem Wohnungsmarkt seit 2014 um fast 30 Prozent gestiegen. Während 2014 für einen Quadratmeter noch 6,35 Euro zu zahlen waren, musste Ende 2018 bereits 8,24 Euro gezahlt werden. Für uns Gewerkschaften ist klar, gegen den knappen Wohnraum und steigende Preise hilft nur eins: mehr sozialer Wohnungsbau. Deswegen fordern Gewerkschaften die Politik auf: Sorgt für mehr bezahlbaren Wohnraum!

Und auch zum Thema Mietbelastung gibt es Zahlen aus Koblenz: Für viele Menschen ist die Mietbelastung sehr hoch, sie müssen mehr als 30 Prozent ihres Einkommens dafür ausgeben. Hier in Koblenz zahlt jeder Dritte zu viel Miete. Das Geld fehlt dann gerade am Ende des Monats für andere Sachen.

Zum Hintergrund:

In deutschen Großstädten sind für viele Menschen die Mietpreise zu hoch. Das sind Ergebnisse eines von der Hans-Böckler-Stiftung geförderten Forschungsprojekts der HU Berlin in Kooperation mit der Uni Frankfurt aus dem Jahr 2018. Rund vier von zehn Haushalten in Deutschlands Großstädten müssen demnach mehr als 30 Prozent ihres Nettoeinkommens allein für ihre Miete (bruttokalt) ausgeben. 

Die Studie finden sie unter:  https://www.boeckler.de/106575_110740.htm

Bei Sozialwissenschaftlern wie bei Immobilienexperten gilt eine Mietbelastungsquote oberhalb von 30 Prozent des Haushaltseinkommens als problematisch, weil dann nur relativ wenig Geld für den sonstigen Lebensunterhalt übrig bleibt, insbesondere bei Menschen mit kleineren Einkommen.

Weitere Informationen:

Das fordert der DGB für bezahlbaren Wohnraum : https://www.dgb.de/-/Cyf

Wie die Bundesländer das Mietrecht nur lückenhaft umsetzen: https://www.dgb.de/-/1oN

DGB

Oberbürgermeister David Langner, DGB-Regionsgeschäftsführer Sebastian Hebeisen und Detlev Pilger, Bundestagsabgeordneter für Koblenz und aktiv in der Genossenschaft Modernes Wohnen e.G. DGB

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