Deutscher Gewerkschaftsbund

09.03.2021

Rückblick: Internationaler Frauentag 2021

Rückblick auf unsere Veranstaltung zum Internationalen Frauentag in Neuwied, zur Aktion im Westerwald und zur Online-Veranstaltung in Koblenz.


Neuwied

DGB

DGB

Seit März 1911 feiern Frauen den Internationalen Frauentag. Stand zur damaligen Zeit die Forderung des Frauenwahlrechtes im Vordergrund, richtete sich schon bald auch der Blick auf die gerechte Bezahlung oder menschenwürdige Arbeitszeiten. Unter der Federführung des Deutschen Gewerkschaftsbundes nutzen auch in Neuwied Frauen- und Hilfsorganisationen sowie Frauenvereine den 8. März um mehr Gerechtigkeit für Frauen zu fordern.  Die Pandemie zeigt: Viele typische Frauenberufe sind systemrelevant. Doch nach der Erkenntnis, muss die Konsequenz folgen: eine angemessene Bezahlung.

Der Arbeitskreis Internationaler Frauentag Neuwied richtete in diesem außergewöhnlichen Jahr 2021, mit anhaltender Pandemie und bevorstehenden Landtagswahlen einen gleichfalls außergewöhnlichen Internationalen Frauentag am 8. März aus. „Wir haben eine Stimme“, demonstrierten Frauen mit Lila-Warnwesten auf dem Luisenplatz und machten damit deutlich: Frauen haben auch eine (Wahl)-Stimme und fordern ein, dass nach der mehrfach bekundeten Anerkennung der Systemrelevanz vieler Frauenberufe nun auch Taten folgen müssen.

Bereits beim ersten Lockdown war unübersehbar, dass gerade Berufe, in denen überwiegend Frauen arbeiten, zentral für das Funktionieren der Gesellschaft sind. Im Einzelhandel, in der Kranken- und Altenpflege, in Gastronomie oder Kindertagesstätten sind diese Arbeitsplätze mit den Merkmalen „schlecht bezahlt, wenig Aufstiegschancen häufig mit prekären Arbeitsverträgen“ ausgestattet. Ab dem März 2020 kam das Prädikat „systemrelevant“ hinzu. Gleichzeitig wurde aus der „Heimmanagerin“, die die Familie mit Haushalt, Kindern oder pflegebedürftigen Familienangehörigen in Funktion hält, dann auch noch die Hilfslehrerin. Wenn diese Leistungen eine unverzichtbare Stütze der Gesellschaft darstellen, ist es an Zeit, dieses mit mehr als freundlichen Worten und Einmalzahlungen zu würdigen. Deshalb fordern Frauen auch in Neuwied:

·         Einkommen, die die Existenz absichern

·         Tarifbindung, um Lohn-Dumping zu verhindern

·         Arbeitszeiten, die es erlauben Beruf und Familie zu vereinbaren

·         bedarfsgerechte und qualitativ hochwertige Kinderbetreuung, um gleichwertige Bildungschancen für die Kinder und  existenzsichernde Erwerbsarbeit für die Eltern zu ermöglichen

·         Abschaffung der Lohnsteuerklasse V und eine Änderung des Einkommenssteuerrechts, damit krisenbedingte Entgeltersatzleistungen keine strukturelle Benachteiligung ergeben

·         Reform der Minijobs, um die Sozialversicherung ab der 1. Arbeitsstunde zu garantieren.

 

Mitglieder im Arbeitskreis sind:

Amnesty International, Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF); Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit Neuwied, Bündnis 90/die Grünen, Caritasverband, Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB), Diakonisches Werk, Evangelische Frauenhilfe, Frauenbegegnungsstätte UTAMARA e.V., Frauenorganisation – Ahmadiyya Muslim Gemeinde Neuwied, Frauenunion (FU), Frauenwürde, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Neuwied, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Katholische Arbeitnehmerbewegung KAB, Katholische Frauengemeinschaft (kfd). Mehrgenerationen Haus Neuwied, Trotzdem-Lichtblick – Verein gegen sexuellen Missbrauch /Frauennotruf e.V., Volkshochschule der Stadt Neuwied.

DGB

DGB


Koblenz

Anders als der Arbeitskreis in Neuwied setzte der DGB Region Koblenz in Kooperation mit der Gleichstellungsstelle der Stadt Koblenz pandemiebedingt auf eine Online-Veranstaltung am späten Nachmittag.

Durch die Veranstaltung führten Susanne Wagner, Abteilung Frauen- und Gleichstellungspolitik, DGB Bezirk Rheinland-Pfalz/Saarland, und Meike Kurtz, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Koblenz. David Langner, Oberbürgermeister der Stadt Koblenz, hielt ein Grußwort. Simone Boers von der TBS Rheinland-Pfalz referierte zum Thema „Wie verändert die Coronavirus-Pandemie die  Arbeitswelt für Frauen?“ Auf den Vortrag folgte eine rege Diskussion mit zahlreichen Teilnehmerinnen - und auch einzelnen Teilnehmern.

Hier gibt es die Präsentation von Simone Boers:

DGB

Meike Kurtz (links), Simone Boers (rechts oben) und Susanne Wagner (rechts unten). DGB


Westerwald

Aufgrund der Einschränkungen in der Corona-Pandemie hatte sich der Arbeitskreis Internationaler Frauentag Westerwald ebenfals eine besondere Aktion ausgedacht und umgesetzt: Am 8. März war in der Westerwälder Zeitung eine ganze Seite zur Situation von Frauen in der Pandemie abgedruckt, u. a. mit Interviews von Frauen aus der Region, die in unterschiedlichen Situationen – privat und beruflich – leben.

Arbeitskreis Internationaler Frauentag im Westerwaldkreis:

Frauen für Frauen e.V. Frauenhaus Westerwald, Notruf Frauen gegen Gewalt e.V., Frauenzentrum Beginenhof, Präventionsbüro Ronja, DGB Region Koblenz, Gleichstellungsbeauftragte des Westerwaldkreises sowie der Verbandsgemeinden Westerburg und Hachenburg


Interview mit Edith Sauerbier

Edith Sauerbier, Gewerkschaftssekretärin des DGB Region Koblenz, moderiert Arbeitskreise zum Internationalen Frauentag in Koblenz, Neuwied und im Westerwald. Anlässlich des Internationalen Frauentags 2021 wurde sie für den Infobrief "Gabi Weber aus dem BUNDESallTAG" interviewt. Das Interview veröffentlichen wir mit ausdrücklicher Genehmigung der Bundestagsabgeordneten Gabi Weber hier auf unserer Website. Viel Spaß beim Lesen!

Zum Interview


Nach oben
DGB
DGB
DGB
DGB

Social Media

Facebook
Instagram
YouTube
YouTube
DGB
DGB