Deutscher Gewerkschaftsbund

07.06.2022

DGB Kreisverband Neuwied trifft Martin Diedenhofen MdB

Gemeinsam für soziale Gerechtigkeit einsetzen

Der Vorsitzende des DGB Neuwied Ralf Wagner begrüßte Martin Diedenhofen MdB zu einem Gespräch, das dem gegenseitigen Kennen lernen diente und von aktuellen Themen bestimmt war. So bildete der Krieg in der Ukraine mit seinen Auswirkungen einen Schwerpunkt des Austauschs. Wagner wies auf die Beteiligung des DGB im Neuwieder Bündnis für Frieden, Solidarität und Demokratie hin sowie auf ganz konkrete praktische Hilfe, die Gewerkschafter mit ihren Familien leisten, indem sie Flüchtlinge aufnehmen. Auch die Aktion der IG BAU zum 1.Mai Geld zu sammeln und dem Verein Gewerkschaften helfen e.V. für Flüchtlinge aus der Ukraine zur Verfügung zu stellen, kam zur Sprache.

Gruppe

Der Vorstand des DGB Kreisverbandes zusammen mit Hans-Joachim Gerloff, IG BCE Mittelrhein, und Markus Eulenbach, IGM Neuwied, sowie Martin Diedenhofen MdB DGB

Diedenhofen fragte auch nach den Auswirkungen des Krieges auf die in Neuwied ansässige Industrie. Hans Joachim Gerloff, Bezirksleiter der IG BCE Mittelrhein konnte deutlich machen, dass die steigenden Energiepreise eine hohe Belastung darstellen und dass es neben den belastenden Preissteigerungen vor allem um Energiesicherheit gehe, damit die Produktion planbar sei. Sein Kollege von der IG Metall Neuwied, Markus Eulenbach, unterstrich dies und wies darauf hin, dass gerade CO2 arme Energieversorgung in der Branche der Automobilzulieferer zunehmend an Bedeutung gewinne. Für Diedenhofen waren dies wichtige Informationen und er hoffe auf einen „kritisch-solidarischen“ Dialog mit den Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern.

Diedenhofen: "Der DGB und die Einzelgewerkschaften sind wichtige Partner für mich. Es muss uns um eine krisenfeste und zukunftssichere Industriepolitik gehen."

Weitere Themen waren das geplante 9-Euro-Ticket, dessen Umsetzung nun ansteht. Im Austausch wurde deutlich, dass um attraktiv zu sein, es in den ländlichen Regionen mehr Buslinien brauche und eine engere Taktung, wie dies im Kreis Mayen-Koblenz gerade eingerichtet werde, was auch ein Modell für die anliegenden Kreise sein könnte.

Der geplante Energiezuschuss für die Arbeitnehmenden von einmal 300 Euro stieß auf Zustimmung und gleichzeitig wurde die Frage gestellt, warum es denn für Rentner und Rentnerinnen keinen Ausgleich gäbe. Diedenhofen merkte dazu an, dass er davon ausgehe, dass es weitere Unterstützungspakete geben werde. 

Ebenfalls angesprochen wurde der geplante Neubau von 400.000 neuen Wohnungen bundesweit. Vorstandmitglied Peter Hilbich, IG BCE, wies daraufhin, dass es an der Rheinschiene bereits so sei, dass kaum neue Wohnungsbaugebiete ausgewiesen werden könnten, da die meisten Flächen bereits besiedelt seien. Im Westerwald würden die Preise ebenfalls anziehen. Durch den anstehenden Generationenwechsel, die Babyboomer gingen nun langsam alle in Rente, und die nachfolgenden Fachkräfte bräuchten Grundstücke zum Hausbau würde sich die Situation in den nächsten Jahren deutlich zuspitzen. Diedenhofen stimmte dem zu.

In diesem Zusammenhang kam auch das Thema Kita zur Sprache: die aktuellen Zahlen zeigen, dass im ganzen Landkreis nur zwei kommunale Kitas im Moment noch Kinder aufnehmen könnten, alle anderen Einrichtungen seien ausgelastet. Auch hier brauche es in den nächsten Jahren eine größere Kapazität, auch durch die Flüchtlinge aus der Ukraine, von denen viele Kinder sind.

Einig waren sich die Anwesenden auch darüber, dass die Veranstaltung zum 1. Mai in Koblenz, zu der einige von ihnen mit dem Schiff der IG Metall aus Neuwied angereist waren, ein voller Erfolg war. Auch die eigene Veranstaltung, der Empfang zum 1. Mai in Neuwied am Samstag davor, wurde positiv bewertet. Die Anwesenden vereinbarten zum Abschluss, sich einmal jährlich zu einem Austausch zu treffen.


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