Deutscher Gewerkschaftsbund

16.03.2020

Rückblick Internationaler Frauentag 2020


Koblenz

Tarifverträge sichern Frauen besonders ab

Der Internationale Frauentag in Koblenz stand ganz unter dem Thema Tarifbindung. Christine Gothe, stellvertretende Landesvorsitzende ver.di, und Marion Paul, Geschäftsführerin ver.di Mittelrhein, stellten in ihrem Gespräch anschaulich dar, was Frauen durch Tarifverträge gewinnen. Neben einer besseren Bezahlung – in manchen Bereichen bis zu 25 Prozent – sind dies auch ein höherer Urlaubsanspruch als die gesetzlich vorgeschriebenen vier Wochen jährlich, Regelungen zur Arbeitszeit, Kündigungsschutz und vieles mehr.

DGB

Christine Gothe, stellvertretende Landesvorsitzende ver.di, und Marion Paul, Geschäftsführerin ver.di Mittelrhein. DGB

Das Wegbrechen der Allgemeingültigkeit mache es in vielen Branchen möglich, dass es große Unterschiede für die Arbeitnehmenden gibt. Im Einzelhandel wird das besonders deutlich. Während früher bei allen Arbeitgebern der gleiche Lohn gezahlt wurde, ist dies heute nicht mehr der Fall, und einklagbar ist, wenn es keinen Tarifvertrag gibt, nur noch der Mindestlohn. Davon betroffen sind besonders Frauen. Ähnliches gilt für die Pflegeberufe.
Deshalb forderte Marion Paul auf der einen Seite die Anwesenden auf, sich in Betriebs- und Personalräten zu engagieren und mithilfe von Gewerkschaften für gute Tarifabschlüsse zu sorgen, und auf der anderen Seite forderte sie von der Politik, die Allgemeinverbindlichkeit zu stärken und gesetzlich dafür zu sorgen, dass Mitgliedschaft im Arbeitgeberverband wieder bedeutet, Tarifabschlüsse anzuerkennen und umzusetzen.
Die beiden Gewerkschafterinnen bekamen für diese Forderungen große Zustimmung der Anwesenden.

DGB

Bürgermeisterin der Stadt Koblenz, Ulrike Mohrs. DGB

Die Veranstaltung wurde eröffnet mit einem Grußwort der Bürgermeisterin der Stadt Koblenz, Ulrike Mohrs. Sie wies unter anderem darauf hin, dass der Gender Pay Gap in Deutschland immer noch 21 Prozent beträgt, Frauen also für die gleiche Arbeit ein Fünftel weniger bezahlt bekommen und Deutschland damit auf Platz 26 von 28 der europäischen Staaten ist, was durchaus beschämend sei.
Der Internationale Frauentag sei solange es diese Unterschiede gibt, immer noch aktuell und es sei immer noch notwendig, sich gemeinsam für die Gleichwertigkeit von Frauen einzusetzen.
Der musikalische Beitrag der Veranstaltung wurde gestaltet von drei Harfenspielerinnen der Musikschule Koblenz, die für ihr zauberhaftes Spiel großen Applaus bekamen.

DGB

Auf einen Blick von Links:
Marion Paul und Christine Gothe, ver.di, Meike Kurtz und Katharina Hoffmann, Gleichstellungsstelle der Stadt Koblenz, Bürgermeisterin Ulrike Mohrs und Edith Sauerbier, DGB.
DGB


Hachenburg/Westerwald

Frauenpower im Kino!

Im Rahmen der Solidaritäts-Filmtour "Frauen für Gerechtigkeit“ folgten Interessierte der Einladung der Arbeitskreises  „Internationaler Frauentag im Westerwald“ in das Kino Cinexx nach Hachenburg. In Zusammenarbeit mit dem Cinexx konnten an diesem Sonntag sogar zwei Filme ausgestrahlt werden. Nach der Begrüßung durch Gaby Krause, Mitarbeiterin des Beginenhof Westerburg, begann bei reichlich gefülltem Kino um 11 Uhr der Film "Shortcut to justice" von Regisseur Daniel Burkholz und medica mondiale Vorstandsfrau Sybille Fezer.

Dieser Film wurde schon auf 40 Filmfestivals rund um den Globus erfolgreich präsentiert. UN Women und viele andere Frauenrechtsorganisationen in aller Welt setzen den Film für ihre Arbeit ein. 15 Jahre nach ihrer Gründung haben die Heldinnen des Films, die Frauen für Gerechtigkeit, den indischen Bundesstaat Gujarat erobert. Mittlerweile kämpfen sie an über 50 Gerichten gegen Unrecht und Gewalt.

Das ist mehr als Grund genug, ihnen eine Solidaritäts-Filmtour zu widmen und sich dieser auch im Westerwaldkreis anzuschließen. Gewalt gegen Frauen ist ein Thema weltweit und in allen Gesellschaftsformen, sie muss global bekämpft und geächtet werden.

DGB

Nach einem kurzen Imbiss und einem lebhaften Austausch unter den Anwesenden startete danach der zweite Film als bundesweite Vorpremiere. DGB

Im Film „Die perfekte Kandidatin“ geht es um die Geschichte einer jungen saudi-arabischen Ärztin, die mehr oder minder zufällig  Kandidatin zur Stadträtin wird und mit ihren beiden Schwestern eine Kampagne lostritt, die nicht zu übersehen ist. Die Regisseurin Haifaa al Mansour erzählt mit weiblichem Blick das scharfsichtig nachgezeichnete Porträt einer Emanzipation.

Im Anschluß an die Filme hab es eine Gesprächsrunde mit Dr. Tanja Machalet, Landtagsabgeordnete der SPD. Hier wurde über die Filme gesprochen und auch über Aktuelles, was Frauen bewegt. Einig waren sich alle, dass es in Bezug auf die Gleichstellung zwischen Männern und Frauen noch reichlich Handlungsbedarf gibt und deshalb der Internationale Frauentag weiterhin notwendig ist.

DGB

Veranstalterin:
Der Arbeitskreis Internationaler Frauentag im Westerwaldkreis, dazu gehören:
Frauen für Frauen e.V. Frauenhaus Westerwald, Notruf Frauen gegen Gewalt e.V., Frauenzentrum Begi-nenhof, Präventionsbüro Ronja, DGB Region Koblenz, Gleichstellungsbeauftragte des Westerwaldkreises sowie der Verbandsgemeinden Westerburg und Hachenburg

DGB


Neuwied

Berliner Compagnie beeindruckte mit ihrem Spiel

DGB

Infostände im Foyer des Rhein-Wied-Gymnasiums Neuwied DGB

Bunt ging es im Foyer des Rhein-Wied-Gymnasiums Neuwied am Internationalen Frauentag zu. Der Arbeitskreis Internationaler Frauentag hatte zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft „Begegnung der Religionen in Neuwied“ eingeladen, zunächst zur Begegnung und zum Austausch an den Infoständen der beteiligten Organisationen und danach zum beeindruckenden Theaterstück der Berliner Compagnie „Anders, als du glaubst“.

DGB

Die fünf Mitglieder der Berliner Compagnie auf der Bühne der vollbesetzten Aula. DGB

Knapp 200 Menschen nahmen teil und zeigten sich tief beeindruckt von der Botschaft des Theaterstücks, die sich vielleicht so zusammenfassen lässt: Frieden ist nur möglich, wenn wir Anderssein respektieren und das Gemeinsame sehen. Uns könnte die Sorge um den einen Planeten einen und die Einsicht, dass das aktuelle Wirtschaftssystem uns allen schadet. Die Compagnie zeigte dies in mehreren anschaulichen Szenen mit Beispielen u.a. aus Burkina Faso, Mali und Israel deutlich auf. Während der ganzen Aufführung, etwa 80 Minuten lang, war es im Raum mucksmäuschenstill, so gebannt war das Publikum. Am Ende gab es stehende Ovationen für die Schauspielerinnen und Schauspieler.

Hanspeter Schladt von der Arbeitsgemeinschaft und Edith Sauerbier für den Arbeitskreis zeigten sich mit der großen Resonanz sehr zufrieden und freuten sich über die gelungene Kooperation.

Im Arbeitskreis Internationaler Frauentag unter der Federführung des DGB arbeiten mit:

Diakonisches Werk Neuwied, Gleichstellungsstellen Stadt und Landkreis, MehrGenerationenHaus Neuwied, TROTZDEM-LICHTBLICK - Verein gegen sexuellen Missbrauch/ Frauennotruf e.V., Bündnis 90/ Die Grünen, CDU Frauenunion, Frauenwürde, Evangelische Frauenhilfe im Rheinland, UTAMARA- Frauenbegegnungsstätte e.V., Ahmadiyya-Gemeinde Neuwied, Volkshochschule der Stadt Neuwied, Bundesagentur für Arbeit, amnesty international, Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF), Caritasverband Neuwied, Katholische Arbeitnehmer Bewegung (KAB) und der Deutsche Gewerkschaftsbund mit seinen Mitgliedsgewerkschaften.


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