Deutscher Gewerkschaftsbund

01.09.2020

DGB bei Demonstration der Bauern in Koblenz

von DGB
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Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen vor dem Koblenzer Schloss DGB

Der DGB Koblenz hat sich mit einer Delegation an der Demonstration der Bauernverbände „Wir haben es satt!“ anläßlich des Treffens der EU Agrarminister und – ministerinnen in Koblenz beteiligt, weil es dafür viele gute Gründe gibt:

Unsere Lebensmittel sollen gesund sein. Gesund für alle: die Erde, die Bauern, die ErntehelferInnen, die FleischzerlegerInnen und für die KonsumentInnen.

Dazu braucht es bestimmte Bedingungen, für die die Gewerkschaften schon lange eintreten. Auch einigen Bauernverbänden geht es nun um den Erhalt kleiner Höfe, Artenvielfalt und Insektenschutz – um Nachhaltigkeit auf allen Ebenen! Dazu ist eine Umkehr in der Agrarpolitik nötig, weg von Flächensubventionierung hin zur Förderung kleiner Betriebe, die klimaschonend Landwirtschaft betreiben.

Und in der Arbeitnehmerrechte gelten!

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Volker Daiss, NGG (rechts am Banner) mit Gewerkschaftern auf der Demo DGB

Auf der Demo sprach Volker Daiss, Geschäftsführer der NGG. Hier ein Ausschnitt aus seiner Rede: Die Corona Pandemie „hat ein seit Jahren bekanntes, aber in der Öffentlichkeit viel zu wenig beachtetes Thema mit aller Deutlichkeit in das Bewusstsein dieser Gesellschaft gebracht.

Ich spreche vom Missbrauch bei Werkverträgen insbesondere in der Fleischindustrie, ich spreche von unwürdigen Arbeitsbedingungen durch das schamlose Ausnutzen der wirtschaftlichen Nöte von zumeist osteuropäischen Kolleginnen und Kollegen.

Sie sind extremen Arbeitsbelastungen ausgesetzt. Schwere körperliche Arbeit, hoher Zeitdruck, Kälte und Nässe.

Überstunden gehören bei Ihnen zur Tagesordnung. Um ihre verdienten Löhne werden sie oftmals geprellt weil Arbeitszeiten nicht vollständig und richtig erfasst werden.

Für notwendiges Arbeitsmaterial müssen sie selbst bezahlen und die Unterbringung erfolgt dann oft abgeschottet in abrissreifen Wohnungen für die völlig überzogene Mieten verlangt werden. Wer sich beschwert wird gekündigt und steht buchstäblich auf der Straße, weil Arbeitsplatz und Unterkunft gekoppelt sind.“

Deshalb seine Forderung, die auch unsere ist: „Wir brauchen die Verantwortung der Betriebe für alle Bereiche ihrer Produktion und dies geht nur wenn die Beschäftigten bei dem jeweiligen Unternehmen direkt beschäftigt sind.“

In der Konsequenz heißt das: keine Werksverträge und keine Leiharbeit mehr, sondern sozialversicherungspflichtige Arbeitsverträge mit anständigen Löhnen bei den Produzenten selbst.

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Volker Daiss bei seinem Redebeitrag. Er fordert das Ende der Werksverträge und der Leiharbeit. DGB

Sebastian Hebeisen, DGB, sieht es so: „Wir müssen uns einmischen, die Veranstalter der Demonstrationen anläßlich des EU Agrargipfels bringen Themen auf die Straße, die auch unsere sind und es wäre unverzeihlich, wenn wir uns da nicht anschließen! Agrarwende bedeutet auch, Arbeitnehmerrechte und Arbeitnehmerschutz mitzudenken und entsprechend zu fordern!“

 

Zum Hintergrund:

Der DGB ist Mitunterzeichner des Mainzer Appell, in dem Politik und Wirtschaft aufgefordert werden, z.B. die Klimaziele von Paris umzusetzen, um die Erderwärmung unter 1,5 Grad zu halten. Es geht darin u.a. um die Mobilitätswende sowie die Energiewende, aber auch um Artenschutz.

Außerdem wird gefordert, dass alle Produkte umwelt- und sozialverträglich hergestellt werden.

Und gerade die letzte Forderung macht den Zusammenhang deutlich, warum der DGB sich auch bei der Diskussion um die Vergabe der EU Agrarmittel einmischen muss.
Wer mehr dazu wissen möchte:

Zur Agrarwende:

https://wir-haben-es-satt.de/informieren/fuer-die-europaeische-agrarwende/  

Zum Mainzer Appell:

https://www.bund-rlp.de/wirtschaft/mainzer-appell/


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