Deutscher Gewerkschaftsbund

05.11.2019

Interview mit Nicolas Urmersbach, BR-Vorsitzender bei Scania

DGB

Nicolas Urmersbach. DGB

Nicolas, Du bist zum Betriebsratsvorsitzenden bei euch im Betrieb gewählt worden. Was ist deine Motivation dafür?

Ich kam von Daimler zu Scania und wusste darum, dass es mit Betriebsrat leichter ist, die Anliegen der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen anzusprechen und gemeinsam Lösungen zu finden. Scania war bereits durch die Mitgliedschaft in der Innung originär tarifgebunden, die Inhalte werden nun durch einen gesonderten Anerkennungstarifvertrag sukzessive umgesetzt. Ali Yener von der IG Metall Koblenz war von der ersten Stunde an meiner Seite und da bin ich wirklich dankbar für.
Ich möchte allen Kolleginnen und Kollegen im Betrieb eine Stimme geben, die gehört werden muss und nicht nur gehört werden kann. In der Vergangenheit hatten Abteilungen, die einfach aus der Organisation heraus eine größere Entfernung zur Geschäftsleitung aufweisen, das Problem, nicht so gehört zu werden wie Abteilungen, mit denen die Geschäftsleitung direkt oder einfach häufiger in Kontakt kommt.
Das ist übrigens ein wichtiger Bestandteil meiner Arbeit als Betriebsrat: ich lerne den Betrieb und seine Abläufe aus den unterschiedlichen Blickwinkeln kennen. Die Buchhaltung hat andere Dinge im Blick als die Werkstatt oder die Personalabteilung. Aber nur wenn man auch mal die Perspektive wechselt und die anderen versteht, geht es zusammen.

Was sind die Themen, die dich als Betriebsrat am meisten beschäftigen?

Am meisten beschäftigt mich jetzt die Umsetzung des Anerkennungstarifvertrags. Wir haben da wirklich eine Supersache ausgehandelt. Zum Beispiel vier Stunden Arbeit weniger in der Woche. Das ist eine Menge.
Themen, auf die mich die Kolleginnen und Kollegen immer wieder ansprechen, sind Gehälter, die Frage nach betrieblicher Altersteilzeit oder Altersvorsorge, aber auch die Übernahmeregelungen für Auszubildende. In Hessen werden sie für ein Jahr mindestens übernommen, in Rheinland-Pfalz haben wir diese Regelung noch nicht. Das ist für uns als Konzern, der in mehreren Bundesländern Betriebe hat, unbefriedigend.

Was möchtest du in deiner Funktion erreichen? Dein oder euer nächstes Vorhaben?

Diese Übernahmeregelung nach der Ausbildung für unsere Leute in Rheinland-Pfalz hinzubekommen, ist eines meiner Vorhaben.
Außerdem möchte ich das „Wir“ stärken: wir sind ein Betrieb, Geschäftsleitung und Beschäftigte und damit das gut klappt, brauchen wir einen offenen Dialog. Und den führe ich mit allen.
Im Moment sind wir auch dran, für den bundesweiten Pannendienst, den wir unseren Kunden anbieten, Regelungen zu finden. Und da sind wir als Betriebsrat natürlich beteiligt.

Was ist dein größter Erfolg in deiner Tätigkeit?

Mein größter Erfolg ... ich glaube, mein eigener Erfolg ist immer der Erfolg des Gremiums. Betriebsratsarbeit ist Teamarbeit. Und deshalb sind es auch Teamerfolge. Unser größter Erfolg als Team ist die Aushandlung des Aner-kennungsvertrages.

Herzlichen Dank für das Gespräch.


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