Deutscher Gewerkschaftsbund

06.05.2019

Rückblick 1. Mai 2019

Rückblick auf unsere Veranstaltungen in Bendorf, Neuwied, Koblenz und Wissen.


Bendorf

Bendorf, Galerie Hinter Lenchens Haus: immer am Freitag vor dem 1. Mai, immer rappelvoll, immer tolle Stimmung - Traditionsveranstaltung vom DGB Bendorf!

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Ferhat Cato eröffnete die Veranstaltung mit kämpferischen Worten: klare Kante gegen Rechts, für die Vereinigten Staaten von Europa! DGB

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Redner dieses Jahr: Peter Zysik, ver.di.
Als Gesamtbetriebsratsvorsitzender von Kaufhof hat er es gerade mit einer „Restrukturierung“ zu tun. Heißt konkret: von den 20.000 Beschäftigten will der Arbeitgeber mehrere Tausend entlassen.
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Für Musik sorgte Manfred Pohlmann. DGB


Neuwied

Neuwied: der DGB Kreisverband Neuwied hatte am 27. April zum Empfang geladen.

 

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Die Mairede hielt Prof. Simone Danz, Thema: Menschenrechtsbildung. Solidarität und Teilhabe als Herausforderung für das 21. Jahrhundert. DGB

In ihrem Vortrag machte sie deutlich, dass eine zentrale Aufgabe von Gesellschaft ist, ihre Mitglieder solidaritätsfähig zu machen durch Bildung. Dabei geht es darum, das scheinbar normale nicht als unveränderlich vorauszusetzen, sondern sich bewusst zu sein, dass Normalität eine Konvention ist. Behinderung entspricht nicht dem Normalen und wird als Irritation empfunden und dann schnell verbunden mit Begriffen wie Abhängigkeit und Unvollständigkeit. Dabei ist es der Großteil aller Menschen, die irgendwann in ihrem Leben „behindert“ sind und auf Hilfe und Unterstützung angewiesen. Die Begegnung mit dem NichtNormalen zeigt die Grenzen des Machbaren auf und konfrontiert mit der Verletzlichkeit von uns Menschen. Der Umgang damit ist eine der großen Herausforderungen. Wie wollen wir miteinander leben? Und wo lernen wir, miteinander zu leben?

Simone Danz drückte ihr Fazit so aus: Wenn alle Menschen nicht wüssten, an welchem Ort der Erde und in welchem Körper sie am nächsten Morgen aufwachen, würden sie anders miteinander umgehen.

 

DGB

Für die Stadt Neuwied hielt Michael Mang ein Grußwort DGB

Er gab den Gewerkschaften einen Auftrag mit: „Kämpfen Sie dafür, dass die Gewerkschaften weiter stark bleiben! Viele der Themen, für die Sie seit langem kämpfen, werden in Frage gestellt!“ Ein Beispiel dafür sei die Zunahme der verkaufsoffenen Sonntage, der er sehr skeptisch gegenüber steht. ER befürworte eine Abschaffung der verkaufsoffenen Sonntage und formulierte dies als Forderung an die Politik.

Dem DGB dankte er für die Kampagne Stadt.Land.Fair. Hier bezog er sich besonders auf das Thema Wohnen: auch in Neuwied wird Wohnraum knapper und teurer, und die Politik ist sich nicht einig, wie damit umgegangen werden soll. Außerdem forderte er höhere Löhne für alle, die in sozialen Berufen tätig sind. Er als Personalverantwortlicher verstünde nicht, dass bei gleich langer Ausbildung in sozialen und technischen Bereichen hinterher eine Lohnlücke von bis zu 1000 € monatlich klafft. Das sei durch nichts zu erklären.

 

DGB

Die Veranstaltung wurde von Rüder Hof, Vorsitzender DGB Kreisverband Neuwied, eröffnet. Zum Thema Europa fand er deutliche Worte: wer heute als Nationalist losgeht, kommt als Faschist an. DGB


Koblenz

Am 1. Mai traten Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter auf Demonstrationen und Veranstaltungen für ein soziales und demokratisches Europa ein. In Koblenz wurde auf dem Münzplatz in der Altstadt demonstriert. Zuvor gab es eine Demonstration durch die Stadt, mehrere hundert zogen vom Rheinufer durch die Altstadt, lautstark begleitet von Piri-Piri.

Begrüßung und Moderation der Kundgebung auf dem Münzplatz übernahm Sebastian Hebeisen vom DGB Koblenz. Er freute sich über die hohe Beteiligung.

Zwischen den Redebeiträgen spielten Becker&Becker: von Liedern der Arbeiterbewegung über Protestsongs bis Rock wurde von dem Gitarrenduo zum Besten gegeben. Auch für die nächste Gewerkschaftsgeneration gab es einen eigenen Programmpunkt: Der Kinder- und Spielezirkus Zantac lud zu einer Zaubershow.

 

 

 

DGB

IGM NR

DGB

Mit dem Motto ‚Europa. Jetzt aber richtig!‘ haben die Gewerkschaften den richtigen Nerv getroffen! Viele Menschen haben erkannt, dass es an der Zeit ist, für ein solidarisches Europa und gegen den Rechtsruck auf die Straße zu gehen. IGM KO

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Hauptrednerin in Koblenz war Sabrina Kunz, die neue Landesvorsitzende der Gewerk-schaft der Polizei Rheinland-Pfalz. Für sie hat Koblenz eine besondere Bedeutung:
„Als geborenes Schängelchen und als Polizistin freue ich mich sehr darüber, in diesem Jahr hier in Koblenz – der Heimat meines Herzens – die Mairede halten zu dürfen.“

IGM KO

Viel erreicht – noch viel vor

Sabrina Kunz machte deutlich, dass die Gewerkschaften viel erreicht haben, aber auch noch viel zu tun ist:

„Der DGB hat mit seinen Einzelgewerkschaften in seiner bislang 70-jährigen Geschichte maßgeblich dazu beigetragen, dass viele Dinge, die heute selbstverständlich sind, tatsächlich für Millionen Menschen Arbeits- und Lebensrealität geworden sind. Heute stehen wir vor neuen Herausforderungen und die Errungenschaften geraten immer mehr in Gefahr.“

Dabei stellte die Gewerkschafterin klare Anforderungen an Europa:

„Kein Europa ist keine Option. Europa muss sich seines Gründungsversprechens wieder bewusst werden. Europa steht für Frieden, Wohlstand, sozialen Fortschritt und den gemeinsamen Kampf gegen Armut. Am 26. Mai stehen die Europawahl und Kommunalwahlen an. Wir Gewerkschaften zeigen auch in diesen Wahlkämpfen wieder klare Kante. Wir fordern die demokratischen Parteien auf, die Menschen mit ihrer Politik wieder mitzunehmen, Ängste und Unsicherheiten einzufangen und ernst zu nehmen und programmatische dem Populismus zu begegnen.

Im Vorfeld der Europa-, und Kommunalwahlen muss es darum gehen, dass wir Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit unserem Sprachrohr – dem DGB – unsere Haltungen und Positionen kundtun: wir fordern starke Arbeitnehmerrechte, soziale Sicherheit und einen handlungsfähigen Staat als Fundament unseres Zusammenlebens! Wir halten mit unserer Existenz und unserer Arbeitskraft die Gesellschaft am Laufen und verlangen von der Politik europaweit Gehör und Lobby.“

Die Polizistin fand auch deutliche Worte zum Thema Gewalt und gesellschaftliche Unzufriedenheit:

„Dass Polizistinnen, Polizisten, Rettungskräfte und Ehrenamtliche angegriffen werden, darf nicht toleriert werden. Damit wird nicht nur der Rechtsstaat angegriffen, sondern das Gemeinwesen unserer Gesellschaft. Wir müssen all unsere Kräfte bündeln, um das auch in Zukunft zu verhindern.

Wo kommt diese gesellschaftliche Unzufriedenheit her, die sich oftmals als Gewalt gegen die Polizei auf der Straße ausdrückt? Der Staat sieht sich durch die Schuldenbremse gezwungen, zu viel zu sparen und zu wenig zu investieren. Das führt dazu, dass in vielen Kommunen nur noch der Mangel verwaltet wird.

Die Reichen werden in Deutschland und in Europa hingegen immer reicher und die Armen werden ärmer.

Das ist ungerecht, schürt Neid, Unzufriedenheit und Frust und das drückt sich wiederum in Hilflosigkeit und letzten Endes in Gewalt aus. Genau aus diesem Grund brauchen wir starke Gewerkschaften und eine starke Politik für die Menschen; in den Kommunen, im Rheinland-Pfalz, in Deutschland – aber auch in Europa.“

Hier gibt es die komplette Rede von Sabrina Kunz zum Nachlesen:

 

dgb

Starker Auftritt der Gewerkschaftsjugend!
Die Gewerkschaftsjugend meldete sich mit einem starken Auftritt laut zu Wort. Anil Koc und Sofia Schreiner (beide von der IG Metall) hielten einen gemeinsamen und kämpferi-schen Redebeitrag:
„Wir wollen und brauchen den ökologischen Wandel. Es geht um unsere Lebensgrund-lage. Dazu brauchen wir auch in Zukunft eine innovative Industrie, gute Arbeit und vor allem Perspektive.
Wandel geht aber nur fair, sozial, ökologisch und demokratisch!
Unsere Autokonzerne wachen jetzt erst so langsam auf, damit sie den Wandel zu neuen Mobilitätssystemen und Antriebstechnologien nicht verpennen. Und es gibt in der Politik auch nicht ansatzweise einen Plan dafür, wie die Elektrifizierung von Autos umgesetzt werden soll – von Bussen und Lastwagen reden wir erst gar nicht!
Wir wollen unsere Forderungen laut vortragen: am 18. Mai auf der Demonstration „Kli-ma-Soziale Gerechtigkeit- Demokratie“ in Koblenz. Und die IG Metall ruft am 29. Juni in Berlin unter dem Motto „fairwandel“ - zu einer Demonstration auf. Das sind beides wichtige Bausteine, um Arbeitgeber und die Politik wachzurütteln. Denn die Arbeitgeber scheinen zu schlafen und die Politik auch!“
IGM KO


Wissen (Landkreis Altenkirchen)

Der DGB Kreisverband Altenkirchen lud auch dieses Jahr am 1. Mai ins Kulturwerk Wissen ein.

DGB

Der DGB-Kreisverbandsvorsitzende Bernd Becker begrüßte die zahlreichen Gäste im Kulturwerk Wissen. Er plädiert dafür, dass alle Bürgerinenn und Bürger sich bei der Europawahl am 26. Mai beteiligen und ihre Stimme nutzen, um Europa als Friedensprojekt zu verteidigen. DGB

DGB

Landrat Michael Lieber sprach zum letzten Mal auf der Mai-Veranstaltung des DGB Kreisverband Altenkirchen. Er versicherte, auch im Ruhestand die Gewerkschaftsarbeit im Kreis zu verfolgen. DGB

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Uwe Wallbrecher, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Betzdorf, erinnerte an die Gründung des DGB vor 70 Jahren und stellte die aktuellen Arbeitskämpfe der Gewerkschaften bundesweit und im Kreis vor. DGB

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"Der Geheime Küchenchor" präsentierte die Highlights des Arbeiterliederprojekts. Als besonderes Schlusslied gab es einen eigenen Text zum Klimawandel zur Melodie von "Bella Ciao" (neuer Titel: "Do It Now!"). Der Text wurde zuvor auf den Tischen verteilt und konnte mitgesungen werden. DGB

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Hauptredner war der Pfarrer und Sozialwissenschaftler Franz Meurer aus Köln. Mit Sachverstand und Humor wusste Meurer das Publikum zu fesseln. Er lobte Uwe Wallbrecher für seinen kämpferischen Vortrag und die Gewerkschaften allgemein und spannte einen Bogen vom christlichen Glauben bis in die Lebens- und Arbeitswelt der Menschen vor Ort. Das wichtigste sei folgendes und dafür kämpfen die Gewerkschaften: „Die Bedeutung von Nachbarschaft, Solidarität und Gemeinschaft ist nicht toppen." DGB

DGB

Die Gäste im Kulturwerk waren begeistert und spendeten langen und stehenden Applaus. Zum Anlass der Europawahl am 26. Mai wurde noch die "Ode an die Freude" gesungen, bevor es zum Eintopfessen ins Foyer ging. DGB

DGB

Der Ortsjugendausschuss (OJA) der IG Metall Betzdorf informierte im Foyer an einem Infostand zu den aktuellen Forderungen der Gewerkschaftsjugend. DGB


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