Deutscher Gewerkschaftsbund

06.10.2020
Neue Zahlen, alte Probleme: Die Rente reicht zu oft nicht zum Leben

DGB Neuwied fordert andere Rentenpolitik

 „Wenn ich die Zahlen im neuen Rentenreport sehe, bin ich erschrocken über die tat-sächliche Höhe der Renten, die für viele in die Armut führt!“ Zu diesem Schluß kommt Rüdiger Hof, Vorsitzender des DGB Kreisverband Neuwied. Er reagiert auf den neuen Rentenreport des DGB, der für den Kreis Neuwied folgende Zahlen enthält: Männer erhalten hier im Durchschnitt 1.111,92 € Rente monatlich, Frauen nur  689,18 €.

Der DGB Rheinland-Pfalz / Saarland hat im August seinen Rentenreport 2020 präsentiert. Der Report zeigt, dass jede bzw. jeder sechste Rentner/in armutsgefährdet ist und vor allem die geschlechtsspezifischen Unterschiede sehr groß sind. Insgesamt liegen in Rheinland-Pfalz 72 Prozent der Frauen und 35 Prozent der Männer unter der Armutsgefährdungsschwelle, die im Jahr 2018 bei 1.061 Euro lag. Eine Rente von mehr als 1.200 Euro erreicht mehr als die Hälfte der Männer, aber nur 13,1 Prozent der Frauen.

„Der jetzige Mindestlohn löst das Problem nicht. Er führt die nächste Generation in Altersarmut. Langfristig geht es um die Anhebung des Mindestlohns auf eine Höhe, die das verhindert. Wir sprechen hier von mindestens 15 Euro die Stunde.“ argumentiert Hof.

Der Gewerkschafter ist in der IG Metall organisiert sowie im VdK Neuwied ehrenamtlich tätig. Im DGB ist er seit einigen Jahren als Vorsitzender im Kreisverband Neuwied aktiv und zusammen mit seinen Kollegen beschäftigt er sich immer wieder mit aktuellen sozialpolitischen Fragen, die Arbeitnehmer betreffen. „Und Rente ist ein Dauer-thema. Die gesetzlich verankerte Absenkung der Renten ist bei diesen Zahlen nicht hinzunehmen, würde sie doch eine weitere Reduzierung der Renten bedeuten. Menschen haben im Alter ein Leben in Würde verdient, deshalb fordern wir ein Umdenken in der Rentenpolitik!“, so der Neuwieder für den DGB Kreisverband.

 

 

DGB KO

Rüdiger Hof, Vorsitzender des DGB Kreisverbandes Neuwied, mit den aktuellen Zahlen. DGB KO


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