Deutscher Gewerkschaftsbund

06.10.2020
Neue Zahlen, alte Probleme: Die Rente reicht zu oft nicht zum Leben

Für DGB Koblenz ist Umdenken in Rentenpolitik erforderlich

 "Wenn ich auf die aktuellen Zahlen schaue, dann weiß ich, wofür sich Gewerkschaften auch in den nächsten Jahren einsetzen werden: höhere Löhne, mehr Tarifbindung und eine Änderung der Rentenpolitik. Das sind wichtige Schritte gegen Altersarmut und für gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wir treten dafür ein, dass es auch im Alter für ein gutes Leben reicht!"

 

Zu diesem Schluss kommt Sebastian Hebeisen vom DGB Koblenz. Er reagiert auf den neuen Rentenreport des DGB, der u.a. für die Stadt Koblenz folgende Zahlen enthält: Männer erhalten hier im Durchschnitt 942,05 € Rente monatlich, Frauen nur 707,54 €. „Die Stadt Koblenz ist mit diesen Zahlen nicht allein. Das ganze nördliche Rheinland-Pfalz bewegt sich für Männer zwischen 942 und 1.175 € und bei Frauen liegt die Spanne zwischen 609 und 707 €.“, fasst der Gewerkschafter die Ergebnisse für die DGB Region Koblenz zusammen.

Der DGB Rheinland-Pfalz / Saarland hat im August seinen Rentenreport 2020 präsentiert. Der Report zeigt, dass jede bzw. jeder sechste Rentner/in armutsgefährdet ist und vor allem die geschlechtsspezifischen Unterschiede sehr groß sind. Insgesamt liegen in Rheinland-Pfalz 72 Prozent der Frauen und 35 Prozent der Männer unter der Armutsgefährdungsschwelle, die im Jahr 2018 bei 1.061 Euro lag. Eine Rente von mehr als 1.200 Euro erreicht mehr als die Hälfte der Männer, aber nur 13,1 Prozent der Frauen.

Hebeisen ist DGB-Regionsgeschäftsführer in Koblenz und verantwortlich für Koblenz sowie die sieben nördlichen Landkreise von Rheinland-Pfalz.

 

„Die Grundrente ist ein Schritt in die richtige Richtung, löst aber das Problem nicht grundsätzlich, denn sie fängt auf, was woanders versäumt wurde. Würden Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer so entlohnt, dass sie über die gesetzliche Rente angemessen für ihr Alter vorsorgen könnten, dann wären wir einen großen Schritt weiter“, findet Hebeisen. Er plädiert deshalb für eine Stärkung der Deutschen Rentenversicherung und für einen höheren Mindestlohn, aber auch für eine Änderung der Rentenpolitik, die in den letzten Jahren die Rentenhöhe gesetzlich verankert abgesenkt hat. „Wir brauchen eine Rente von mindestens 50 Prozent, sonst gehen noch mehr Menschen einer ungerechten Altersarmut entgegen.“, ist sein Fazit.

 

 

 

DGB KO

Hebeisen ist DGB-Regionsgeschäftsführer in Koblenz DGB KO


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